SPEKTROGRAPHIE
Spektralklasse G
Temperatur der Photosphäre: 4'900K bis 6'000K
Strahlungsmaximum: ca. 5'800Å (Gelb)
B-V Index: +0.7 => Farbe: gelblich
Typische Spektrallinien: Calcium I und elementare Metalle



Während die Stärke der Spektrallinien von ionisierten Metallen sowie der Wasserstofflinien (H) mit sinkenden Temperaturen stetig abnimmt, erscheinen im Gegensatz dazu immer mehr Absorptionslinien von elementaren Metallen. Waren die Spektren von B-, A- und F-Sternen von Linien der Balmerserie dominiert, so sind es nun Absorptionslinien von Kalzium (Ca I), Natrium (Na I) und Eisen (Fe I). In Spektren von G-, insbesondere aber von K- und M-Sternen, kommen zunehmend mehr Molekülbanden vor, denn die weniger energiereiche Strahlung zerstört gewisse Moleküle nicht mehr sofort nach ihrer Entstehung. Das G-Band ist wie in der Spektralklasse F der auffälligste Hinweis auf das Vorkommen des robusten CH-Moleküls in der Sternatmosphäre.
Sonnenähnliche Sterne
G-Sterne haben mit einer Temperatur um 5'500K eine relativ geringe Leuchtkraft. Ein kleiner Brennstoffverbrauch genügt, um diese Temperatur aufrecht zu erhalten, so dass die Lebenserwartung von G-Sternen rund 10 Milliarden Jahre beträgt - glücklicherweise, denn sonst würden Sie diese Seite nicht lesen: Die Sonne, ein Hauptreihenstern der Spektralklasse G2, hätte all ihre Wasserstoffvorräte längst aufgebraucht und wäre schon längst ein Weisser Zwerg. Unsere Sonne ist nicht nur für das Leben auf der Erde unabdingbar, sondern ist auch für die astrophysikalische Forschung von zentraler Bedeutung. Bereits 1814 entdeckte Fraunhofer 576 Linien in ihrem Spektrum (Geschichte der Spektrographie). Heute kennen wir deren 50'000! Diese stammen alle von den rund 70 Elementen, die in der Sonnenatmosphäre nachgewiesen werden konnten. Das Edelgas Helium wurde sogar zuerst auf der Sonne entdeckt, bevor es auf der Erde bekannt war. Die Entdeckung gelang dank einer Absorptionslinie im gelben Bereich des Sonnenspektrums. Das neue Element wurde daher nach dem altgriechischen Wort für Sonne, Helios, benannt.
Wegen der Nähe der Sonne können viele Messungen mit hoher Präzision erfolgen. Dies erleichtert Rückschlüsse auf viel weiter entfernte Sterne. Somit sind die Eigenschaften von G-Hauptreihensternen besonders gut bekannt.
Galerie von Sternen der Spektralklasse G








Da die Sonne als nicht punktförmiges Objekt in einem (spaltlosen) Objektivprisma ein unscharfes Spektrum erzeugt, wurde stattdessen Mars verwendet. Er reflektiert das Sonnenlicht nur geringfügig modifiziert; der Einfluss der dünnen Marsatmosphäre kann bei geringer spektraler Auflösung vernachlässigt werden. Mars war zum Zeitpunkt der Aufnahme scheinbar so klein, dass ein einigermassen scharfes Spektrum entstand.






